Sagen & Erzählungen
Die Halsbacher Schatzsucher
Aus der Mainpost vom 02.01.2005
Schönrain (TSB) Dass in den Ruinen der alten Burgen und
Schlösser noch verborgene Schätze vergraben liegen,
ist seit jeher bekannt. Ebenso bekannt ist auch die Lust der
Menschen, diese zu heben.
Vor langer Zeit machten sich drei junge Burschen aus Halsbach
auf, um nach einem viel besagten Schatz auf der Burg Schönrain
zu suchen. Den Schatz konnte man aber nur an einem ganz bestimmten
Tag finden und man musste frei von jeglicher Sünde sein.
Dies war den Burschen wohl bekannt und so riefen sie die Heilige
Cäcilia an, damit diese sie von ihren Sünden befreie.
Wie durch ein Wunder erschien die Heilige bitterlich weinend
den drei Schatzsuchern. Die Burschen, die nicht so recht wussten,
wie sie ihr Weinen zu deuten hatten, machten sich dennoch
auf den Weg zur Ruine und begannen zu graben.
Nach langer Suche stießen sie tatsächlich auf
den Schatz. Doch ihre Freude war von kurzer Dauer. Denn auf
der Truhe, in welcher der Schatz verborgen ward, saß
der Teufel mit einem Prügel in der Hand und fragte "Seid
ihr frei von allen Sünden?" "Ja!" antworteten
die drei im Chor.
Doch sogleich diese Lüge ausgesprochen ward, erhob der
Teufel seinen Prügel und versetzte einem der Burschen
einen solch festen Schlag, dass dieser bis ans Ende seiner
Tage eine große Beule behielt. Dieser hatte nämlich
jüngst einen Sack Kartoffeln gestohlen. Der Schatz verschwand
darauf wieder in der Erde und ward bis zum heutigen Tage nicht
mehr gefunden.
Auch heute soll der Teufel mit seinem Prügel in der
Hand wartend auf seiner Kiste sitzen. Wer weiß, vielleicht
gibt es tatsächlich Menschen, die frei von Sünden
sind und denen es möglich sein wird, den Schatz zu heben.
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