Sagen & Erzählungen
Donnern unter der Erde
Aus der Mainpost vom 08.11.2004
Schönrain (TSB) Eine der vielen Überlieferungen von
der Burg Schönrain ist die Geschichte vom Bauernkrieg,
der im Jahre 1525 in Franken wütete. Die aufständischen
und plündernden Scharen kamen einst auch nach Schönrain,
besetzten die Burg und nahmen sich alles, was nicht niet- und
nagelfest war.
Als die letzten Bewohner die Burg verlassen hatten, machten
die Aufständischen das Gebäude und dessen Umgebung
zu ihrem Unterschlupf. Von dort aus zogen sie los, um die
reich beladenen Schiffe zu überfallen, die zwischen Nantenbach
und Neuendorf den Main entlang fuhren. Ihre Beute schleppten
sie mitsamt den Gefangenen hinauf zur Burg Schönrain
und forderten dort von ihnen ein hohes Lösegeld.
Wurde dieses nicht bezahlt, steckte man die Unglücklichen
in Fässer, die innen mit langen Nägeln beschlagen
waren und rollte sie einen unterirdischen Geheimgang hinab
in den Main, wo sie elend den Tod fanden. Noch heute will
so mancher nachts in dieser Gegend ein Rollen und Donnern
unter der Erde gehört haben. |