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Dr.
Rudolf Kuhn - Die Klosterruine Schönrain - Kunsthistorische
Analyse und Würdigung der Baureste
Schriften des Lohrer Geschichtsvereins
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Est autem locus ipse Schonrein in dioecesi
Herbipolensi iuxta Moganum fluvium in monte, situ amoenus, aere
salubris et solitudine sua ad monasticam institutionem valde
idoneus.
Thrithemius Ann. Hirs. L / 304
Wohl zu den ältesten Kulturdenkmälern unserer engeren
Heimat zählt das ehemalige Kloster Schönrain.
In den jahrzehntelangen Kämpfen des 11. Jahrhunderts zwischen
Kaiser und Papst - Investiturstreit - bildete Schönrain
einen Vorposten der Cluniaszensischen Reformbewegung im kaisertreuen
Franken und einen Brückenpfeiler zwischen Hirsau und den
Anhängern des Papstes in Mitteldeutschland. Es ist wahrscheinlich,
dass entgegen anderer Auffassung der in das Maintal heraustretende
Bergsporn am Schönrain an der Grenze zwischen dem fruchtbaren
fränkischen Muschelkalkgebiet und dem Buntsandstein der
Spessartformation schon früher besiedelt war. Würzburg
war in vorkarolingischer Zeit Sitz 'thüringischer Herzöge,
die ihren politischen Einfluss auch mainabwärts ausdehnten.
Nach der fränkischen Landnahme bahnte sich wohl ein Besitzwechsel
an, der in der sagenhaften Erzählung der thüringischen
Landgrafen Ludwig und Berengar von Sangershausen ihren Niederschlag
gefunden hat.
Herr Dr. Rudolf Kuhn , Kunsthistoriker aus Würzburg, hat
in dankenswerter Weise den Auftrag des Geschichtsvereins Lohr
a. Main übernommen, eine kunsthistorische Analyse und Würdigung
der noch vorhandenen Baureste durchzuführen. Ihm sei an
erster Stelle Dank für seine eindrucksvolle Arbeit ebenso
den Herren Dr. G. Kleineberg und Dr. Fäthke für Ihre
Mitarbeit. Danken wollen wir auch dem Verlag der „Lohrer
Zeitung", der sich in der Veröffentlichung heimatkundlicher
Schriften bereits große Verdienste erworben hat.
Möge diese Schrift dazu beitragen, die noch teilweise in
das Dunkel der Vergangenheit gehüllte Geschichte unserer
Heimat im Gesamteuropäischen Rahmen zu erhellen und einem
weiten Kreis interessierter Heimatfreunde zugänglich zu
machen.
Dr. Oskar Schecher
1. Vorsitzender des Geschichtsvereins Lohr |
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